28. Dezember 2015

 

Anti-Doping-Gesetz tritt zum 1. Januar 2016 in Kraft

 

Das Gesetz gegen Doping im Sport (AntiDopG) tritt am 01.01.2016 in Kraft. Es soll der Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmitteln und Dopingmethoden im Sport dienen, um die Gesundheit der Sportler zu schützen, Fairness und Chancengleichheit bei Sportwettbewerben zu sichern und damit zur Erhaltung der Integrität des Sports beitragen (§ 1 AntiDopG). Laut Bundesjustizminister Heiko Maas soll es den Sport "sauberer, sicherer und ehrlicher" machen.

 

Mit der neuen gesetzlichen Regelungen wird die Strafbarkeit des Selbstdopings eingeführt, sowie Erwerb und Besitz von Dopingmitteln zum Zwecke des Selbstdopings unter Strafe gestellt. Von diesen Straftatbeständen werden nur "Spitzensportler des organisierten Sports" erfasst. Hierzu zählt, wer als Mitglied eines Testpools im Rahmen des Dopingkontrollsystems Trainingskontrollen unterliegt, oder aus der sportlichen Betätigung unmittelbar oder mittelbar Einnahmen von erheblichem Umfang erzielt (§ 4 Abs. 7 AntiDopG).

 

Neben selbst dopenden Sportlern sollen auch Hintermänner besser bestraft werden können. Hierzu wurden die bisherigen Straftatbestände erweitert. Die bisherigen Straftatbestände des Arzneimittelgesetzes (AMG) wurden aufgehoben und ins AntiDopG übertragen.

 

Für Ärzte bestehen durchaus Abgrenzungsschwierigkeiten. Dopingmittel sind oft Arzneimittel, die auch aus therapeutischen Gründen verordnet werden können. Vor diesem Hintergrund besteht die Gefahr, das Leistungssportler sich unter Vortäuschung eines behandlungsbedürftigen Befundes Dopingmittel zu beschaffen versuchen. Selbst wenn der verordnende Arzt hieran nicht bewusst mitwirkt, besteht ein strafrechtliches Risiko: § 4 Abs. 6 AntiDopG regelt die Strafbarkeit auch für fahrlässige Verstöße. Bereits das AMG sah die Strafbarkeit u.a. der Verschreibung oder Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport vor. Hier ist weiterhin zu besonderer Umsicht bei der medizinischen Feststellung einer Behandlungsbedürftigkeit mit fraglichen Mitteln zu raten.

 

Nicht nur die Anwendung und Verordnung von Dopingmitteln, sondern auch von Methoden zum Zwecke des Dopings ist zukünftig strafbar. Die bekannteste Methode ist das Eigenblutdoping.

 

Ärzten, die Sportler (insbesondere Spitzensportler) behandeln, ist zukünftig zu einem noch umsichtigeren Umgang mit Mitteln und Methoden zu raten, die Doping darstellen können. Neben der eigenen Verwirklichung der Tatbestände des Veräußerung, Abgabe, Verschreibung oder Anwendung von Dopingmitteln oder Dopingmethoden besteht auch das Risiko, sich der Beihilfe oder Anstiftung zum Selbstdoping strafbar zu machen. Das strafrechtliche Risiko ist dabei insbesondere deshalb nicht zu unterschätzen, weil auch fahrlässiges Veräußern, Abgeben, Verschreiben oder Anwenden von Dopingmitteln und -methoden unter Strafe gestellt wird.

 

Dopingmittel und -methoden im Sinne des AntiDopG sind sind Stoffe und Methoden, die in der Anlage I des Internationalen Übereinkommens vom 19. Oktober 2005 gegen Doping im Sport in der vom Bundesministerium des Innern jeweils bekannt gemachten Fassung (Internationales Übereinkommen gegen Doping) aufgeführt sind oder Mittel, die einen solchen Stoff enthalten. Die aktuelle Verbotsliste kann auf der Website der NADA heruntergeladen werden. In der "Roten Liste" sind hierzu gehörende Präparate mit dem Warnhinweis Dop.! gekennzeichnet.

 

 

Dr. iur. Welf Kienle

Rechtsanwalt

Bahnhofplatz 7A

56068 Koblenz

 

T: 0261 45098806

F: 0261 45098807

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2015-2018 Medizinstrafrecht.NEWS