21. September 2016

 

Cannabis-Ausgabe von Apotheken steigt deutlich

 

Nach einer aktuellen Pressemitteilung des Bundestages ist die Gesamtmenge der von Apotheken ausgegebenen Cannabisblüten an Patienten mit Sondererlaubnis in den vergangenen Jahren kontinuierlich und deutlich gestiegen.

 

Dies geht aus der Antwort (BT-Drucks. 18/9622) der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (BT-Drucks. 18/9469) hervor. 2011 gaben Apotheken insgesamt noch rund 6,7 Kilogramm getrocknete Medizinal-Cannabisblüten ab. Im Jahr 2014 waren es etwa 45 Kilogramm und 2015 sogar rund 85 Kilogramm.

 

Das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) habe bislang allen Apothekenanträgen auf Erteilung einer Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb und zur Abgabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken an bestimmte Patienten stattgegeben. Auch die Apothekenanträge seien in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen, von 32 im Jahr 2011 auf 188 im Jahr 2015.

 

Nach derzeitiger Rechtslage dürfen schwer kranke Patienten nur in wenigen Ausnahmefällen Cannabis als Arzneimittel nutzen. Im Juni 2016 verfügten 779 Patienten über eine entsprechende Ausnahmegenehmigung des BfArM. Zu den häufigsten Krankheitsbildern gehören Schmerz, darunter schmerzhafte Spastik bei multipler Sklerose, ADHS und das Tourette-Syndrom. Die Patienten müssen die Kosten der Therapie in der Regel selbst tragen.

 

Die Bundesregierung hat am 4. Mai 2016 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Schwerkranken zukünftig einfacheren Zugang zu Cannabis-Arzneimitteln auf Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verschaffen sollen, wenn keine alternativen Therapien zur Verfügung stehen.

 

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