4. März 2016

 

KKH: 1,4 Millionen Euro Schaden durch Abrechnungsbetrug in 2015

 

Laut einer Pressemeldung der KKH Kaufmännische Krankenkasse vom 02.03.2016 soll dieser im Jahr 2015 durch Abrechnungsbetrug ein Schaden von 1,4 Millionen Euro entstanden sein. Bundesweit seien 287 neue Fälle aufgegriffen worden, in zwölf davon habe die KKH Strafanzeige erstattet.


Die höchste Schadenssumme liege mit knapp 588.000 € im Bereich der Apotheken, unter anderem aufgrund sogenannter Luftrezepte, die mit der Krankenkasse abgerechnet worden seien, ohne dass die Patienten tatsächlich Medikamente erhalten hätten.

 

Ein Schaden in Höhe von 323.000 Euro soll auf den Bereich der ambulanten Pflege entfallen. So habe sich zum Beispiel ein Pflegedienst Gelder erschlichen, indem er Pflegedienstnachweise gefälscht und Dienstpläne erfunden habe.

 

Die drittgrößte Schadenssumme entfällt laut der Pressemitteilung auf Krankengymnasten und Physiotherapeuten. Hier sollen beispielsweise nicht erbrachte Leistungen abgerechnet worden sein.  

 

Ob es sich tatsächlich in jedem von der KKH angegebenen Fall um einen strafbaren Abrechnungsbetrug handelt, ist nicht überprüfbar. Vorsichtige Zweifel könnten sich daraus ergeben, dass nur in zwölf der 287 Fälle Strafanzeige erstattet worden sei, was zumindest dann nicht nachvollziehbar wäre, wenn auch in den übrigen Fällen eindeutig mit einer strafrechtlichen Sanktionierung zu rechnen gewesen wäre.

 

Dennoch machen die von der KKH genannten Zahlen die Relevanz der Thematik Abrechnungsbetrug und die Sensibilisierung der Krankenkassen deutlich. Mehr denn je ist neben Ärzten auch Apothekern, Krankengymnasten und Physiotherapeuten zu peinlich genauem Abrechnungsverhalten zu raten.

 

Neben dem Bereich Abrechnungsbetrug sieht die KKH laut Pressemitteilung auch Handlungsbedarf bezüglich der Korruption im Gesundheitswesen. Insoweit sei auch die Politik in der Pflicht: „Es wird höchste Zeit, dass das Antikorruptionsgesetz endgültig verabschiedet und somit eine fast vierjährige Gesetzeslücke endlich geschlossen wird“, wird KKH-Chef Ingo Kailuweit zitiert.

 

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